16.09.2019 Die Bürgerregion stellt sich vor

Wir haben am Bürgermeistertreffen in Weisswasser teilgenommen.

Beim gut besuchten Treffen hat Evelyn Bodenmeier die Bürgerregion vor rund 20 Bürgermeister_innen aus osteuropäischen Kohleabbaugebieten vorgestellt. Diese kamen am 12.-13. September in Weisswasser und im Bundesumweltministerium in Berlin zusammen, um sich in Deutschland ein Bild davon zu machen, wie der Kohleausstieg in den betroffenen Kommunen gestaltet wird. Die Treffen werden vom WWF organisisert, damit sich direkt betroffene Regionen und Städte über Wege zum Kohleausstieg beraten können.

Die Bürgerregion ist ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Akteuren als Transformationsnetzwerk und eine organisierte Ausnahme. Im Moment gibt es insgesamt wenige bottom-up Strukturen. Bislang existiert dafür kein spezielles EU-Förderinstrument, das in den Kohleregionen Zusammenschlüsse dieser Art fördert. Die Gelder kommen aus den Strukturfonds der Kohäsionspolitik. Wir sehen, dass eine Plattform von und für betroffene Bürgermeister_innen Sinn macht, wie der regelmäßige Austausch jetzt gezeigt hat. Viele der vorgestellten Kommunen haben ähnliche Probleme. Sie sind betroffen von Herausforderungen wie schrumpfende Städte, industrielle Monostrukturem, die von der Kohle besonders abhängig machen, schlechte Infrastrukturen für neue Geschäftsmodelle, Probleme mit den Spätfolgen und Umweltbelastungen, die nach der Schließung zurückbleiben u.v.m.

Den Wissensaustausch zu verstetigen und regelmäßig zwischen Menschen und Regionen zu organisieren ist eine Aufgabe, die finanziert werden muss. Ob für zivilgesellschaftliche Gruppen oder betroffene Bürgermeister_innen, wir alle sitzen im gleichen Boot: die räumliche Nähe vor Ort schafft eine besondere Ausgangslage, bei der wir zusammenarbeiten müssen und es auch können. Wie das gehen könnte, stellte Evelyn in ihrer Präsentation vor (hier zum nachlesen).

Eine Chance bietet die Energiewende. Es zeigt sich, dass dort wo die Energiewende von unten klappt auch gerade Familien wieder in die Region ziehen und die kommunalen Finanzen davon provitieren. Denn von den Einnahmen aus Windenergie und anderen Technologien profitieren die Menschen und die Kommunen. Das Geld fließt etwa in die Gemeindeentwicklung und Klimaschutzprojekte. Ein Beipiel für Osteuropa ist der Rhein-Hunsrück-Kreis, der als erster Landkreis in der Bundesrepublik bilanziell CO2-neutral geworden ist. In den vergangenen 15 Jahren sind bereits etwa 105 Millionen Euro in das regionale Handwerk im Hunsrück investiert worden. Wie das geht, kann man auf dem Blog "Sonnenseite" nachlesen.

Zwei Artikel über das Treffen hier und hier.

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