13.02.2019 Gute Pressegespräche in Cottbus und Berlin

Lausitzer Perspektiven, das Zentrum Dialog und Wandel der EKBO und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung werben eindringlich für den "Fonds Zivilgesellschaft"

Chancen müssen genutzt werden. Für aktive Lausitzer*innen wird es durch die Strukturwandelmittel ermöglicht, durch einen Fonds Zivilgesellschaft den anstehenden Wandel in der Lausitz zu gestalten. Ein Fonds soll diese Mittel im Sinne der Zivilgesellschaft bündeln und organisatorische Kapazitäten schaffen, um den Zugang zu Fördermitteln zu erleichtern. Er kann dadurch engagierte Lausitzer*innen dabei unterstützen, Mittel niedrigschwellig zu beantragen.

Am 11.2.19 fanden zwei Pressegespräche in den Räumen der evangelischen Kirche in Cottbus und Berlin statt. Die teilnehmenden Vertreter*innen waren sich einig: die Idee eines Fonds ist im politischen Raum und deshalb nicht mehr wegzudenken! Sie wünschen sich jetzt eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema und der Umsetzung der Idee.

"Bislang haben die Interessen der Kohlewirtschaft in der Lausitz alles andere dominiert – für Themen wie Dorfentwicklung, lokale Infrastruktur, örtliche Versorgung blieb da bislang nicht viel Platz,“ sagte Dagmar Schmidt, Vorsitzende von Lausitzer Perspektiven. „Die Zukunftsängste in der Lausitz sind das Spiegelbild einer Kohledebatte, in der Ängste vor dem wirtschaftlichen Niedergang der Region geschürt wurden. Mit dem Fonds wollen wir das jetzt umdrehen: Der Fonds soll Mutmacher fördern, Eigeninitiative unterstützen und diejenigen stärken, die sich für das Gemeinwesen einsetzen.“

„Der Strukturwandel wird dann gelingen, wenn wir die Menschen stärken, die sich kümmern“, sagte Burkard Behr, Pfarrer und Leiter des Zentrums für Dialog und Wandel der EKBO in Cottbus. Derartiges Engagement müsse ergänzen, was der Bau neuer Bahnlinien oder Förderprogramme für Unternehmen allein nicht bewirken könnten: „Die Region so attraktiv machen, dass die Menschen hierbleiben, hierher zurückkehren oder sich neu in der Lausitz ansiedeln,“ so Burkard Behr. „Diejenigen Initiativen und Projekte direkt und unbürokratisch zu unterstützen, die die Lebensqualität in ihren Dörfern und Städten verbessern wollen, ist zugleich das beste Mittel gegen Radikalisierung und populistische Parteien.“

In einer Stellungnahme sagte Dr. Fritz Reusswig vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) "Der von den Lausitzer Perspektiven und vom Zentrum für Dialog und Wandel vorgeschlagene Fonds Zivilgesellschaft Lausitz findet unsere volle Unterstützung. Nachdem die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (auch „Kohlekommission“ genannt) sich auf ein Ausstiegsdatum für die deutsche Braunkohleförderung geeinigt hat und Fördersummen seitens des Bundes genannt wurden, kommt es jetzt darauf an, die Strukturen und Prozesse vor Ort so zu entwickeln und zu stärken, dass eine möglichst friktions- und konfliktfreie Zukunftsentwicklung der Lausitz angestoßen wird. So wichtig es dabei ist, sich um einen wirtschaftlichen Ersatz für Abbau und Verstromung des Rohstoffs Braunkohle zu kümmern: die Stärkung der Zivilgesellschaft darf darüber nicht vernachlässigt werden."

Hier eine kleine Presseschau vom 12.02.2019, 12.00 Uhr
https://www.lr-online.de/nachrichten/wirtschaft/kohleausstieg-die-lausitz-ist-mehr-als-wirtschaft-und-forschung_aid-36643657
https://www.rbb24.de/studiocottbus/beitraege/2019/02/vorstellung-zentrum-dialog-und-wandel.html
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1112038.kohleausstieg-in-der-lausitz-strukturwandel-von-unten.html und https://www.pressreader.com/
https://www.ekbo.de/themen/detail/nachricht/vorschlaege-fuer-strukturwandel-von-unten-in-der-lausitz.html
https://twitter.com/KESS_/status/1095314936266395648

Hier das Fondspapier und die Pressemitteilung

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