30.08.2017 2. Lausitzer Kamingespräch

Am 30. August 2017 fand das 2. Lausitzer Kamingespräch mit Hannes Kell in Proschim statt.

Gastreferent war Hannes-Wilhelm Kell, der als Vorsitzender der Lausitzer Allianz, einer politischen Vereinigung, die die Interessen der Europaregion Lausitz und des wendischen Volkes vertritt.

Die Lausitzer Allianz unterstützt und befördert alle Bemühungen, die sich auf den Erhalt der kulturellen und sprachlichen Identität und Integrität des wendisch/sorbischen Volkes richten. In seinem Vortrag führte Hannes Kell in die geschichtliche Entwicklung der deutsch-sorbisch/wendischen Beziehungen ein - immer im Hinblick auf deren heutige Potentiale. Positive Entwicklungschancen sieht er vor allem in der Zweisprachigkeit und dem reichen kulturellen Erbe. Beides sind Besonderheiten, die, wenn sie positiv besetzt gepflegt werden, ein Gewinn für die Lausitzer Region sein können.

Im Vergleich zu anderen Regionen, in denen Minderheiten gleichberechtigt ihre Sprache und Kultur pflegen, zeigte der Referent auf, wie sich diese auf die regionale Entwicklung auswirken könnten. Er benannte Beispiele aus Katalonien, Schottland und Wales, wo die Pflege der kulturellen und sprachlichen Besonderheiten zunächst eher eine untergeordnete Rolle spielten. Dann wurden diese Potentiale durch engagierte Minderheiten wiederbelebt und von der Mehrheitsgesellschaft aufgegriffen. Heute bereichern sie die gesamte Region und sind Entwicklungsmotoren für alle dort Lebenden.

Hannes Kell hält es auch für die Lausitz für möglich, sich als identitätstiftende "Sorbisch/Wendische Region" klar zu positionieren und daraus viele Vorteile zu gewinnen, insbesondere mit Bezug auf die Osteuropäischen Nachbarn.

Zurück zur Übersicht

Das könnte Sie auch interessieren

  • 06.09.2020

    Gartenstadtbewegung neu beleben

    Vor über 100 Jahren wurde vor der dem Hintergrund der überbevölkerten Stadt und ihrer Auswüchse im britischen Parlament die Idee einer neuen Lebensform geboren: die Gartenstadt. Sie wollte naturnah, modern, gesund und damit die Alternative zur Großstadt sein. Die stinkigen, lauten, lebensbedrohlichen Großstädte sollten einem Netzwerk von kleinen Städten im Grünen weichen. Heute machen sich wieder mehr und mehr Menschen auf, in neue Wohn- und Lebensgemeinschaften auf das Land zu ziehen. Wird jetzt auch eine neue sozialreformerische Bewegung geboren? Eine interessanter Blogbeitrag zum Thema.