03.06.2016 Reden, reden, reden – das Profil der Lausitz für die Zeit danach soll im Dialog entstehen

Lausitzer Perspektiven versteht sich als Bürgerplattform für die Zukunft der Region

Lausitzer Perspektiven – unter diesem Titel hat sich jetzt im Spreewaldort Raddusch ein Verein gegründet, der Zukunftsperspektiven für die Lausitz nach dem Ende des fossilen Zeitalters entwickeln will. „Wir wollen eine Debatte führen, wie wir uns schon jetzt auf die Zeit danach vorbereiten“, sagte die frisch gewählte Vereinsvorsitzende Dagmar Schmidt. „Wenn es gemeinsame Ideen gibt, wo wir hinwollen, dann kann sich die Region ohne Angst auf den Weg machen.“

Aus Sicht der bisher etwa 20 Vereinsmitglieder hat die Lausitz enormes Potential – an Menschen, an Kultur, Kreativität und Landschaft. Allerdings fehle eine von vielen getragene Vorstellung der Lausitz der Zukunft: Welches Profil soll die Region im post-fossilen Zeitalter einmal ausmachen? Was soll sie unverwechselbar machen, um damit die Lebensqualität zu steigern und den wirtschaftlichen Erfolg zu sichern?

Die Ausgangssituation für seine Arbeit beschreibt der Verein in seiner „Lausitzer Erklärung":
„Wir sind in Sorge darüber, dass der in der Lausitz anstehende Strukturwandel1 nicht mutig und entschlossen genug angegangen wird. Wir sind beunruhigt darüber, dass ein Festhalten an überkommenen wirtschaftlichen Strukturen die soziale, ökonomische und ökologische Lebensfähigkeit unserer Region gefährdet. Aber wir sind auch voller Zuversicht und willens, den Wandel mitzugestalten."

Bereits seit längerem gibt es verschiedene Initiativen, die sich mit dem Strukturwandel und der Zukunft der Region befassen. Bislang aber fehlte aber ein unabhängiges Bürgerbündnis, das Zukunftsperspektiven für die ganze Region entwickeln will, also für alle Teile der Lausitz in Brandenburg, Sachsen und in Polen. Diese Lücke will Lausitzer Perspektiven nun schließen.

„Die Kreativität in der Zivilgesellschaft ist ermutigend“

Erste Vorsitzende des Vereins ist Dagmar Schmidt, die sich bereits seit Jahren für einen Dialog über die Zukunft der Region engagiert. „Was mich und meine Mitstreiter ermutigt, ist die große Zahl an Menschen, die hier was unternehmen: Mit kleinen, neu gegründeten Firmen, mit kreativen, gemeinnützigen Projekten – und die zeigen wollen, dass Umwelt, Wirtschaft und Soziales sich nicht gegenseitig ausschließen.“

Zum Start der Vereinsarbeit verspricht Schmidt für die Arbeit von „Lausitzer Perspektiven e.V.“ vor allem eines: Dialog. „Unser Programm heißt reden, reden, reden – denn das Oberlausitzer und Niederlausitzer, Polen und Deutsche, Sachsen und Brandenburger, Umweltschützer und Kohlekumpels sich an einen Tisch setzen und darüber sprechen, was nach der Kohle in der Region kommen soll, genau das fehlt bisher.“ Alle Lausitzerinnen und Lausitzer seien eingeladen, den Verein hierbei zu unterstützen.“

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