22.11.2017 Zwischenbilanz - Workshop-Reihe "Perspektiven für die Lausitz"

Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg arbeiten an Ideen für die Zukunft der Lausitz.

In Großräschen ging am vergangenen Sonntag der zweite Workshop zu Perspektiven der Lausitz zu Ende. Studierende der BTU-Cottbus-Senftenberg nahmen sich drei Tage Zeit, um zukunftsweisende Projekte und Unternehmen der Region kennenzulernen und eigene Ideen für die Zukunft der Lausitz nach dem Kohleausstieg zu entwickeln.

Auch wenn in diesen Tagen die Sondierungsgespräche in Berlin abgebrochen wurden, CDU/CSU, die Grünen und die FDP waren sich einig, dass Kohlekraftwerke mit einer Leistung von mindestens 5 Gigawatt, vermutlich sogar 7 Gigawatt innerhalb kürzester Zeit vom Netz gehen sollen. Für die Lausitz ist das einmal mehr ein klares Signal, dass auf Bundesebene die Zeit der Kohlekraftwerke bald abläuft. Vor allem in der Lausitz sind wir daher gut beraten, wenn wir uns darauf vorbereiten und schon heute mit der Frage befassen, wie die Lausitz nicht nur ohne Kohle sondern als "postfossile" Region aussehen kann.

Dieser Frage hat sich in den letzten Wochen ein internationales und interdisziplinäres Team von Studierenden der BTU Cottbus-Senftenberg gewidmet. Sie kommen aus Indien, China, Taiwan, Kolumbien und Deutschland und studieren an der BTU Cottbus-Senftenberg Umwelt- und Ressourcenmanagement, Architektur, Stadt- und Regionalplanung sowie Kultur- und Technik. Unter Anleitung der SPREEAKADEMIE haben sie in einem ersten Workshop die aktuelle Situation der Lausitz analysiert und Faktoren erarbeitet, die die künftige Entwicklung der Lausitz beeinflussen. Hierbei haben sie auch den Prognos-Zukunftsatlas 2016 zu Rate gezogen und festgestellt, dass die Zukunftsfähigkeit zahlreicher Landkreise in der Lausitz denkbar schlecht bewertet wird. Was den Studierenden beim Blick in den Zukunftsatlas noch auffiel war, dass Umweltfaktoren wie z.B. die künftigen Auswirkungen des Klimawandels, hier bisher keine Berücksichtigung finden.

Dass die Lausitz trotz des schlechten "Zukunftsrankings" viel Potenzial hat sahen die Studierenden beim 2. Workshop. Bei einem Besuch des Instituts für Neue Industriekultur (INIK GmbH) erfahren sie, dass das bauliche Erbe der Industriekultur durch neue Nutzungskonzepte wiederbelebt und sinnvoll weitergenutzt werden kann. In einem Gespräch mit Dagmar Schmidt erfuhren sie, dass die Beteiligung der Zivilgesellschaft im Strukturwandel der Lausitz zahlreiche Impulse für die Gestaltung eines sozialverträglichen Kohleausstiegs bringen kann. Auch der Besuch auf dem Gut Ogrosen zeigte den Studierenden, das sich ökologische Landwirtschaft nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Landwirt rechnet.

Am letzten Tag des zweiten Workshops brachten die Studierenden in verschiedenen Kleingruppen ihre Ideen zu Papier und gestalteten Poster für die Abschlusspräsentation. Von Ücken und Öcken war an dem Tag zu hören, aber auch von Logistikzentren in Kombination mit großen Solarkraftwerken. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!

Wenn Sie an den Ideen der Studierenden interessiert sind, nehmen Sie am 1. Dezember 2017 am nächsten Kamingespräch von Lausitzer Perspektiven teil. Ab 18 Uhr präsentieren die Studierenden ihre Workshop-Ergebnisse und im Anschluss stellen die beiden Ökonomen Wolfram Berger und Jan Schnellenbach ihr Gutachten zu "Strategien für die Forschungslandschaft Lausitz im Strukturwandel“ vor.

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