Ideen


In dieser Rubrik teilen wir Artikel, Informationen, Interessantes mit Fokus auf weltweite Strukturwandelprozesse.

14.06.2019

Alte Häuser, junge Bewohner*innen

Es ist nicht leicht, ein familientaugliches Heim zu finden, selbst am äußersten Rand von Nordrhein-Westfalen. Und wenn es dann "ein Haus mit Charme" sein soll und eines, das lieber mitten im Dorf steht als am Ende der Welt, wird es noch schwieriger. Gleichzeiti schrumpft die Gemeinde Hiddenhausen, junge Menschen zogen fort. Die Quartiere überaltern. Das kommt uns doch auch aus der Lausitz bekannt vor?!
Aber die Gemeinde Hiddenhausen erfand das Programm "Jung kauft Alt", um alte, leerstehende Gebäude zu beleben und damit auch den Dorfkern. Junge Familien bekommen Boni von bis zu 9.000 Euro auf sechs Jahre verteilt, wenn ältere Bestandshäuser gekauft werden. Zudem werden sie beim Altbaugutachten unterstützt, damit die Bausubstanz bewertet wird und sie nicht "die Katze im Sack" kaufen. Neubaugebiete auf der grünen Wiese gibt es dafür nicht mehr, damit ist dieses Schlupfloch zu. So hört der kommunale Wettkampf um die meisten und besten Bauplätze auf.

13.06.2019

Ko-Dorf entsteht in Wiesenburg

Mehr Menschen in der Stadt wünschen sich Natur und Entschleunigung. Gleichzeitig haben sie Respekt davor, allein aufs Land zu ziehen und keinen Anschluss zu finden. In der Zwischenzeit gibt es viele Initiativen, die Hilfe anbieten. In der Oberlausitz zum Beispiel die Raumpionierstation. In Wiesenburg das Ko-Dorf, eine Kleinhausgemeinde, die Städtern bei der Ansiedlung hilft. Jede/r wohnt im eigenen Haus, ergänzt wird das aber mit Coworking Space, Gemeinschaftsküche, Yoga-Raum, Selbstversorgergarten und anderen Gemeinschaftseinrichtungen, um die Nachbarn im Blick zu behalten. Das Interesse ist auch in anderen Kommunen groß, ein Ko-Dorf zu gründen. Diese können auch wirtschaftlich vom Ko-Dorf profitieren: Grundstücke werden über Erbpachtverträge vergeben und damit fließt Geld zurück. Zudem ermöglicht eine wirtschaftliche Nutzung Steuereinnahmen. Aber das wichtigste ist: es kommen neue, jüngere Menschen ins Dorf!

13.06.2019

Landinventur in Meck-Pom - was geht ab, auf dem Land?

Das Thünen-Institut für Regionalentwicklung Bollewick hat mit einem Bürgerwissenschaftsprojekt vor, die Dörfer zurück auf die Landkarte zu bringen und führt eine partizipative und digitale Inventur durch. Immer mehr in Verwaltungsstrukturen werden "nach oben" delegiert, Politik ist in der öffentlichen Wahrnehmung nicht präsent genug. Auch wissen Forschung, Politik und Planung nur noch wenig Genaues über die Situation in einzelnen Dörfern, da diese Einheiten in den Statistiken untergehen. Gemeinsam mit vielen Dorfbotschaftern soll sich das ändern. Eine Art Neuvermessung des ländlichen Raumes in Mecklenburg-Vorpommern wird durchgeführt. Dafür wurde eine digitale Plattform zur kollektiven Raumbeobachtung mit den Bürger*innen entwickelt. Seit Juni ist die mobile Forschungsstation in ganz Mecklenburg- Vorpommern unterwegs, um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Ganze könnte Schule machen, auch in der Lausitz?

14.05.2019

Brandenburgs kreative, neue Arbeitswelt

Wenn es mit der Digitalisierung klappt, dann klappt es auch mit dem....Arbeiten! Es braucht niemand mehr auf Dauer eine Großstadt, um erfolgreich zu sein. Eine wachsende Anzahl von guten Beispielen zeigt in Brandenburg, wie Wertschöpfung und Produktivität eine großartige Verbindung mit den ländlichen Räumen eingehen kann - aber immer im Zusammenhang mit geglückter digitaler Anbindung.
Deshalb gehören bei der Arbeit immer zwei, drei Komponenten zusammen: offene Arbeitgeber- und Arbeitnehmer*innen, die sich vertrauensvoll darauf einlassen - und die Anbindung an schnelles Internet, als Rückgrat der Wissensökonomie. Eine Untersuchung des Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) hat einen Beitrag veröffentlicht, der viele Beispiele für diese "smarte" Art der Arbeit aufzeigt. Nachzulesen hier.

14.05.2019

Breitband selber machen

Halsbach in Bayern macht es vor: den Ausbau des Internets kann man auch ohne langes Warten, in Eigenintitiative voranbringen. Ärmel hochkrempeln, Unterstützung in der Gemeinschaft organisieren und den Willen zum Selbermachen - das sind doch alles Dinge, die wir in der Lausitz auch können! Dann bleibt der Zugang zum schnellen Internet kein Wunschtraum mehr, sondern das Glasfasernetz kommt bis zu jedem Bauernhof und zu jeder abgelegenen Raumpionierstation....Und zwar für alle Einwohner*innen, die verstreut auf den 12.000 Quadratkilometern der Nieder- und Oberlausitz leben. Zum Artikel.

14.05.2019

Weiter in der Reihe "selber machen - mit Hilfe von außen"

Die geschlossenen Dorfkonsume sind uns nicht nur als Orte der Nahversorgung verloren gegangen, sondern auch als Begegnungs- und Kommunikationsräume. Es gibt in Brandenburg einige Beispiele der Wiederbelebung, wie im Oderbruch, wo sich einzelne Ladenbetreiber in Groß Neuendorf, Kienitz und Neulewin versuchen. Oder in Trebnitz, wo ein Dorfkonsum mit Café der Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz enstand. Es ist ein gut besuchter Laden mit Café (Betreiber: an den Wochenenden eine Schülerfirma).
Der DORV-Club Seddin zeigt, wie mit Hilfe der DORV Zentrums Bewegung https://www.dorv.de in einem leer stehenden Supermarkt seit 2011 ein neues Versorgungszentrum samt Begegnungsstätte für den Ort enstand. Und in der Gemeinde Wahlsdorf (Teltow-Fläming) betreibt eine zugezogene Niedersächsin einen Laden - in Nebelschütz, Oberlausitz, zeigt eine ambintionierte Leipzigerin wie sie einen Regio-Bioladen führt.
Also: es gibt viele Beispiele an denen sich Interessierte orientieren können. Vielleicht auf einer Lernreise durch Brandenburg und Sachsen? Zum Artikel.

25.03.2019

Die Arbeit der Zukunft

Es wird in der Lausitz viel gesprochen über den Erhalt der Arbeitsplätze in der Kohleindustrie. Aber wie sieht denn die Zukunft der Arbeit aus? Auch ab von Industriearbeitsplätzen, wie wir sie heute noch kennen, geht die Entwicklung rasant voran. Das Merton Magazin unternimmt eine Reise in diese zukünftige Arbeitswelt und berichtet. Denn so viel Umbruch war noch nie: Die Arbeit ändert gerade radikal ihren Charakter – am Fließband genauso wie im Vorstandsbüro. Wie jeder Einzelne ständig dazulernt, wird künftig entscheidend sein für seinen Erfolg. Eine Deutschland-Reise zu Unternehmen, die das Lernen schon heute zu ihrem Kernprinzip erhoben haben. https://merton-magazin.de/die-arbeit-der-zukunft

14.03.2019

Pioneers of Change Reihe - Franz Nahrada

Franz Nahrada bringt seine IT-Vergangenheit mit soziologischen Inhalten zusammen. Dabei geht es ihm um die Verbindung bereits vorhandener Potenziale aus sämtlichen Bereichen zum Wiederaufbau lokaler Lebensräume. Nicht nur Naturwissenschaftler brauchen ein Labor, sondern auch Soziolog*innen, die im Kleinen ausprobieren, wie Großes möglich wäre. So kreierte Franz ein Forschungslabor für globale Dörfer, das sich sich unter anderem mit Grätzeln, Leerstand in Dörfern und deren Potenzialen beschäftigt. Dies durfte Franz bereits in Kroatien und in österreichischen Dörfern (u.a. Kirchberg in der Stmk) erfahren. Mehr dazu in diesem einstündigen Video

08.03.2019

Dörfer im Aufbruch Online Kurs

Die "Dörfer im Aufbruch" Initiative vertritt, dass auf dem Land nicht auf Verwaltung und Politik gewartet werden muss. Also: Entwicklung einfach selbst in die Hand nehmen! Gleichzeitig unterstützt sie Menschen dabei , eventuell brachliegende und ungenützte Ressourcen im Dorf besser zu nutzen. Eines ihrer Angebote gibt es jetzt digital, kostenlos, jederzeit abrufbar und leicht zugänglich als Online-Kurs. Die Kapitel funktionieren alle unabhängig voneinander, man kann also immer bei dem Thema einsteigen, für das der akuteste Bedarf herrscht - oder man am meisten Lust dazu hat. Die Kapitel setzen sich aus oftmals sehr kurzen Videos zusammen. Sie sind deshalb in kleinen Dosierungen und zwischendurch zu genießen. Wir sagen, ideal um nebenbei sein Engagement weiter zu entwickeln.

26.02.2019

Universität neuen Zuschnitts in Nürnberg

In Nürnberg soll eine Hochschule mit Modellcharakter entstehen: konsequent interdisziplinär, mit innovativem Fächerspektrum, neuen Lehrmethoden und Abteilungsstrukturen. Nicht nur werden verschiedene technisch-naturwissenschaftliche Disziplinen zusammengedacht, sondern vor allem auch in Bezug auf die Geisteswissenschaften Neues geschaffen.
Könnte das auch für die Lausitz interessant sein? Nach der Fusion zur B-TU könnte sich die Universität weiterentwickeln: um im Strukturwandel Ingenieure geeignet auszubilden, müssen diese nicht nur konstruieren können, sondern auch über das, was sie entwickeln, reflektieren – im Sinne von Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Gesellschaft.
Mehr hierzu in einem Interview mit Wolfgang Hermann, der die Strukturkommission der neuen TU Nürnberg leitet.

06.02.2019

Gutes Leben, gute Arbeit im Rheinischen Revier

Unsere zivilgesellschaftlichen Kolleginnen und Kollegen aus dem Rheinischen Revier haben sich zusammengeschlossen. Das finden wir wirklich beeindruckend. Auch ihr zukunftsorientiertes Konzept ist sehr beachtlich. Wir wünschen uns in der Lausitz auch ein solches Engagement. Denn der Strukturwandel wird dabei als Chance verstanden, das Rheinische Revier für die Zukunft so aufzustellen, dass ein gutes und nachhaltiges Leben in Einklang mit den im Pariser Klimaschutzabkommen definierten Zielen möglich ist. Zum Download des Konzeptes hier.

30.01.2019

Neue Arbeit in Görlitz

Generationen arbeiten zusammen: In Görlitz helfen ältere Arbeitnehmer jungen Arbeitslosen, sich im Arbeitsmarkt zurechtzufinden. Als Coaches arbeiten sie als Arbeitsvermittler für junge Arbeitslose erfolgreicher als die Agentur für Arbeit. Diese soziale Innovation zeigt, dass Neues dadurch entsteht, dass man alte Wege in Frage stellt und kreativ wird. Wir finden ein super Beispiel, das sicherlich übertragbar in andere Städte der Lausitz ist - auch "made in der Lausitz"!
Den ganzen Artikel hier lesen.

16.01.2019

Wasserstoff im Schienenverkehr

Fast schon in der Lausitz...Der erste Wasserstoffzug der Welt hat im Nahverkehrsraum Leipzig am 1. Februar eine Premierenfahrt von Leipzig nach Grimma. Ist doch auch eine gute Idee für die Lausitz: anstelle die Strecke von Cottbus nach Zittau zu elektrifizieren, könnte ein Wasserstoffzug die saubere und schnelle Lösung anstelle des Dieselbetriebs sein. Auch in Großbritannien wird der Einsatz geplant. Mehr hierzu https://tinyurl.com/ybljdjfv oder auf dem Tagesspiegel über Brandenburgs Pläne https://www.tagesspiegel.de/berlin/ohne-emissionen-testfahrt-fuer-brennstoffzellen-zug-in-berlin/23974900.html

13.01.2019

Offene Werkstätten als Orte des Wandels

Einzeln betrachtet sind es eher die kleinen Dinge des Lebens, die Offene Werkstätten initiieren. Doch in der Summe sollen sie dafür sorgen, dass Bürger*innen miteinander die Probleme in der Stadt, auf dem Dorf, in der Region identifizieren und beim Hacken, Basteln und Löten gute Lösungen finden. Hier ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, wie das Verschwörhaus in Ulm versucht, das Ziel umzusetzen zur SZ Wir weisen aber auch auf die Offenen Werkstätten in Spremberg und Lübbenau hin, die in unserer Region aktiv sind. Wenn man mitmachen will, in den "Freiräumen zum Selbermachen", findet man viele auf der Website des Verbunds OW https://www.offene-werkstaetten.org
Auch interessant, wo es so alles in der Welt Offene Werkstätten, oder Maker Spaces, gibt http://themakermap.com

09.01.2019

Apalachien auf dem Weg in den sozialverträglichen Kohleausstieg

Wir finden Appalachia, West Virginia, USA, eine besondere Region. Die Transformation durch den Braunkohle-Ausstieg bringt dort zwar hohe Arbeitslosigkeit und Armut mit sich, demografischer Wandel und fehlende Perspektiven verstärken den Druck.

ABER: die Ashoka und Ford-Stiftung haben gemeinsam mit den Appalachen die Coalfield Development Cooperation mit „social innovation" und „social entrepreneurship" Programmen ins Leben gerufen. Sie hat es mit einem interessanten Zeitmodell von 33-6-3 Stunden geschafft, nachhaltige Perspektiven für die Community in 5 Unternehmungen zu entwickeln.

Dazu ein paar Links zu Videos und Texten (in Englisch):
https://vimeo.com/213276288
http://coalfield-development.org

09.01.2019

Berlin schafft neue öffentliche Verkehrsoptionen

Der "Berlkönig" ist eine sehr gute Idee. Er könnte als "Lausitz-König" auch in der Lausitz umgesetzt werden und für bessere inter-modale Anbindung an das Schienennetz und Plus-Busse sorgen. Der Rufbus bietet günstige, geteilte und zugleich umweltschonende Fahrten, die individuelle Mobilität des eigenen PKW und ist dabei fast so günstig wie eine Busfahrt. Der "BerlKönig" ist ein digitaler Ridesharing-Service, den man sich dorthin bestellen kannst, wo man ihn braucht. Gleichzeitig teilt man sich das Großraumtaxi mit anderen entlang der Strecke, die über einen Algorithmus berechnet wird. Mehr dazu https://www.berlkoenig.de

08.01.2019

Investitionen für Veränderung

Der „Collaborative Fund“ ist ein neuartiges Investitionskonzept in den USA. Während in der Vergangenheit zwischen zwei Kategorien unterschieden wurde: Menschen, die versuchen, so viel Geld wie möglich zu verdienen und Menschen, die versuchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Heute ist es möglich die beiden Dinge zu vereinen. Die Welt entwickelt sich weiter. Der Collaborative Fund ist ein gutes Beispiel für einen neuen Intermediär, der zwischen den social entrepreneuren und Investoren direkt Investitionen in wirtschaftliche Lösung von gesellschaftlichen Problemen vermittelt.

Mehr dazu, in Englisch, hier

20.12.2018

Ruhrgebiet im Wandel

Von der Kohle, zum Stahl, zur neuen Metropolregion mit Modellcharakter. Dabei hat der rasante Ausbau der Industriekultur eine originelle Mischung aus Alt und Neu entstehen lassen, die ihresgleichen sucht. Die IBA Emscher Park und der Auftritt Essens als Kulturhauptstadt Europas 2010 waren nur die wichtigsten und bekanntesten Meilensteine auf diesem Weg. Hier zum Artikel

11.12.2018

Das selbst versorgende Ren-Gen Dorf

In Almere, einem Vorort von Amsterdam, wird das erste Dorf gebaut, das sich komplett selbst versorgt. Das sogenannte ReGen Village, was so viel heißt wie „regeneratives Dorf“, wird sich selbst mit Nahrungsmitteln, Wasser und Energie versorgen sowie eine eigene Müllentsorgung haben. Oder mehr dazu auf der englischsprachigen Website

10.12.2018

smart country - 11 Beispiele für digitales Landleben

Das digitale Landleben weckt Aufmerksamkeit. Medien berichten über vernetzte Dörfer. Pilotprojekte wie die digitalen Dörfer erzeugen bundesweit Interesse. Veranstaltungen zur Digitalisierung im ländlichen Raum vernetzen die treibenden Kräfte aus den Kommunen.

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