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von Lausitzer Perspektiven

Nachhaltiges Bauen begehen & begreifen

Eröffnung vom Mini-Musterhaus im Radduscher Lerngarten

Der 15. September 2021 war ein großer Tag für die SPREEAKADEMIE. Das Sozialunternehmen lud ein zur feierlichen Eröffnung des ersten Musterhauses für zukunftsfähiges Bauen und Wohnen in Brandenburg. Dieses hat die SPREEAKADEMIE von Architekt Michael Müller und Projektleiter Christian Voss entwerfen und planen lassen. Gebaut wurde es gemeinsam mit tatkräftiger Unterstützung von regionalen Unternehmen, wie der Firma Ibbeken-Holzhäuser aus Schönheide, der Firma Lothar Hanschke aus Peitz und dem Unternehmen Spreewald-Energy aus Neu Zauche.

Das Mini-Haus in Raddusch dient zukünftig als begehbares Beispiel für ökologisches Bauen mit Holz und einen effizienten Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Strom und Raum. „Klein aber fein“ thront es inmitten von vier verbundenen Parzellen der Kleingartenanlage „An der Eisenbahn e.V.“. Das Mini-Haus bildet das Herzstück eines Lerngartens nach den Gestaltungsprinzipien der Permakultur. Diesen entwickelt die SPREEAKADEMIE im Projekt „Teilhabe durch Permakultur“ unter Trägerschaft von Lausitzer Perspektiven. Schon jetzt lässt sich sehen und erfahren, dass der hier entstehende Garten besonders ist und sich von herkömmlichen Gartenanlagen unterscheidet.

Hier entsteht der permakulturelle Lern- und Gemeinschaftsgarten. Foto: Valentina Troendle
Hier entsteht der permakulturelle Lern- und Gemeinschaftsgarten – mit im Bild: Bildungsreferentin Katharina Hagen. Foto vom Juli 2021.
Blick auf Gartengrundstück und Tiny House während der Bauphase im Juli 2021. Foto: Valentina Troendle
Blick auf Gartengrundstück und Tiny House während der Bauphase im Juli 2021.

 

Ehre, wem Ehre gebührt

Knapp 40 Gäste fanden sich ein, um zu gratulieren und rund um das schmucke Mini-Haus im Garten zu verweilen. Sie waren teils aus Weißwasser, Görlitz, Potsdam und Berlin angereist. Mit dabei waren außerdem Lausitz TV und der RBB. Für leibliches Wohl sorgte das feine Catering von Soljawo aus Cottbus. Mit einem Glas Sekt oder Melissen-Limonade in der Hand durfte Redebeiträgen von Podiumsgästen gelauscht werden. Die große Terrasse vor dem Mini-Haus schien wie dafür gebaut, bei diesem besonderen Anlass als Bühne zu dienen.

Podiumsgäste bei der Eröffnung des Tiny Houses in Raddusch. Foto: Valentina Troendle
Podiumsgäste von links nach rechts – Vivien Eichhorn, Axel Vogel, Thomas Hartmann, Bengt Kanzler und Sebastian Zoepp. Nicht im Bild: Eugen Nowak.
Gäste bei der Eröffnung des Tiny Houses in Raddusch. Foto: Valentina Troendle
Gäste aus Brandenburg und Sachsen.
Gäste bei der Eröffnung des Tiny Houses in Raddusch. Foto: Valentina Troendle
Pavillons schützten vor Regen – der glücklicherweise bis zum Ende der Veranstaltung auf sich warten ließ.

 

Sebastian Zoepp, Geschäftsführer der SPREEAKADEMIE, eröffnete die Veranstaltung gewohnt souverän und bat den ersten Ehrengast auf die Bühne. Axel Vogel, Umweltminister von Brandenburg, hielt eine würdigende Impulsrede. Er sei „froh und stolz“, die Schirmherrschaft für den Lerngarten übernehmen zu dürfen. Hier würden wichtige Impulse gesetzt und Menschen zum Nach- und Umdenken über den eigenen ökologischen Fußabdruck angeregt. Vogel lobte die Arbeit der SPREEAKADEMIE als „eine klasse Umsetzung der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung“.

Es folgte Eugen Nowak, der Leiter des Biosphärenreservat Spreewald. Nowak betonte die persönliche und langjährige Bindung zu Sebastian Zoepp – Letzterer hat seine berufliche Karriere Ende der 1990er Jahre mit einem Zivildienst in der Verwaltung des Biosphärenreservat Spreewald begonnen. Nowak sprach seinem Kollegen Achtung und Dank aus für dessen anhaltendes Engagement für eine nachhaltige lokale und regionale Entwicklung. Zoepps „Kompetenz, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge zu übersetzen und Menschen nahe zu bringen“ beschrieb Nowak als „eine Kunst“.

Die „BNE-Kolleg*innen“ Vivien Eichhorn und Thomas Hartmann von Wertewandel – soziale Innovation und demokratische Entwicklung e.V. sprachen über die Rolle von Erwachsenenbildung in Transformationsprozessen. Wenn es um Wandel ginge, sei Bildung der Schlüssel zum Engagement und hätte eine unabdingbare Unterstützungsfunktion und -aufgabe. Dabei müsse es darum gehen, die Menschen erfolgreich dazu einzuladen, sich weiterzubilden. Als Beispiel für den Ansatz einer „reflexiven“ Erwachsenenbildung stellte Vivien Eichhorn das Projekt „LAUSch“ vor. Dieses entwickelt lokale Bildungsangebote für eine nachhaltige Entwicklung an vier Brandenburger Standorten (Lieberose, Angermünde, Uckermark und Schorfheide).

Last but not least gesellte sich der Bürgermeister von Vetschau mit auf die Bühne. Bengt Kanzler hob hervor, dass Raddusch ein „sehr, sehr agiles Dorf“ sei und die SPREEAKADEMIE sich damit genau am richtigen Ort befände. Er lobte die Kooperation mit dem Sozialunternehmen und resümierte: „Zusammen mit der SPREEAKADEMIE kommt etwas Gutes heraus“.

Nicht auf der Bühne standen wichtige Menschen, die wertvolle Arbeit und großen Einsatz für die Verwirklichung des Mini-Hauses, das Gedeihen des Lerngartens und weitere Vorhaben der SPREEAKADEMIE leisten. Hierzu zählen Katharina Hagen, Bildungsreferentin der SPREEAKADEMIE und die beiden studentischen Hilfskräfte der BTU, Francisco Mora und Sebastian Westphalen. Ihnen allen sprach Zoepp großen Dank aus.

Filmaufnahmen bei der Eröffnung des Tiny Houses in Raddusch. Foto: Valentina Troendle

Filmaufnahmen bei der Eröffnung des Tiny Houses in Raddusch. Foto: Valentina Troendle
Filmaufnahmen während der Eröffnung.

Vertrauen & finanzielle Mittel – wichtigste Ressourcen in der Bildungsarbeit

Zum Schluss ergriff Zoepp nochmals das Wort. Er beschloss die Redebeiträge mit der Reflektion, dass Bildung für nachhaltige Entwicklung einen partizipativen Bildungsansatz erfordert und damit stets ergebnisoffen und prozesshaft bleiben muss. Hier sei es oftmals eine große Herausforderung, einen gemeinsamen Weg mit Fördergebenden zu finden. Zum Beispiel dann, wenn es um das Einhalten von Zeitplänen und das Erfüllen von nachweisbaren Zwischenergebnissen und Leistungskennzahlen ginge.

Umso bedeutsamer ist das Vertrauen, das Zoepp bei der Eröffnungsfeier von allen Seiten ausgesprochen wurde. Es war spürbar, dass er als Bildungsakteur in der Region ernst genommen und zu Rate gezogen wird. Mit Beharrlichkeit und Herzblut hat er sich diese Position über Jahre hinweg selbst geschaffen.

Letzten Endes jedoch sind Wertschätzung und Vertrauen zwar Grundvoraussetzungen für wirksames Engagement, reichen aber für die Existenz und Weiterentwicklung von Sozialunternehmen nicht aus. Hier bleibt zu hoffen, dass zukünftig ausreichend finanzielle Mittel für die Arbeit der SPREEAKADEMIE zugänglich werden. Das kleine Kernteam hat es verdient, durch die Aufstockung weiterer Stellen entlastet zu werden. Denn dass bei entsprechender Unterstützung Gutes für die Region herauskommt, dies hat das Sozialunternehmen nun einmal mehr unter Beweis gestellt.

Angebote der SPREEAKADEMIE

Die zukünftigen Angebote im permakulturellen Lerngarten richten sich an kleine Menschen in Kitas, an Schulen und schließlich an Studierende und Erwachsene. Die ersten Workshops zum zukunftsfähigen Bauen und Wohnen finden bereits ab Oktober statt:

  • Modul 1 – Das „nachhaltige“ Mini-Haus. Einführung in zukunftsfähiges Bauen und Wohnen (30.10.2021 von 10:00-13:00 Uhr)
  • Modul 2 – Wasser. Effizienter Umgang mit einem knappen Gut (30.10.2021 von 14:00-17:00 Uhr)
  • Modul 3 – Strom und Wärme. Autark leben mit erneuerbaren Energien (06.11.2021 von 10:00-13:00 Uhr)
  • Modul 4 – Gesund wohnen. Nachhaltige Inneneinrichtung als Schlüssel (06.11.2021 von 14:00-17:00 Uhr)

Der Bau das Musterhauses wird vom Brandenburger Umweltministerium mit 70´000 € gefördert. Die SPREEAKADEMIE ist Projektträger und die GLS-Bank hat den Eigenanteil mitfinanziert.

Mediale Berichterstattung

  • Videobeitrag zur Eröffnung des Tiny House von Lausitz TV
  • Artikel der Lausitzer Rundschau
  • Videobeitrag des RBB über Sebastian Zoepp und sein Engagement in Raddusch

 

Alle Fotos: Valentina Troendle

 

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